Es war ein mal … so fangen Märchen an. Und eigentlich waren die letzten beiden Spielzeiten nach dem Abstieg aus der Regionalliga so etwas wie ein Märchen für Lichtenberg 47. Nur, dass am Ende der Prinz die Prinzessin nicht bekam, sprich der Wiederaufstieg jeweils mit der Vizemeisterschaft hauchdünn verpasst wurde. „Es war einmal“ heißt es nun auch an diesem Freitag, wenn Eintracht Mahlsdorf im „Zoschke“ gastiert (19 Uhr). Es war einmal ein Spitzenspiel …
Ja doch, die Partien zwischen unseren 47ern und der Eintracht gehörten immer zu den Hits des Spieltages. Der Siebte gegen den Ersten (Hinrunde 23/24), der Zweite gegen den Vierten in der Rückrunde. In der Vorsaison waren es der Zweite gegen den Siebten respektive der Spitzenreiter beim Vierten. Mehr „upper class“ war kaum möglich.
Und jetzt? Tabellarisch gesehen ist es heuer ein Mittfeldduell, wenn der Neunte (Lichtenberg 47) den Zehnten (Mahlsdorf) empfängt. Was aber trotzdem nur die halbe Wahrheit ist und eben eine Momentaufnahme der immer noch jungen Saison.
Lichtenberg 47 beklagt Ergebnisdelle
Denn auch wenn die 47er gerade eine Ergebnissdelle zu beklagen haben – drei Niederlagen in Folge in der Liga – und Mahlsdorf schwer aus den Startlöchern kam, es sind immer noch zwei Teams, die mit Fug und Recht Anspruch darauf erheben, ins obere Feld der Tabelle zu gehören. Und im Laufe der Saison bestimmt noch dahin vorstoßen werden.
Die Gründe dafür, dass es derzeit nicht so aussieht, sind vielschichtig. Bei den Gästen wirkt zu Saisonbeginn der Schock des in der allerletzten Sekunde verlorenen Aufstieges durch ein umstrittenes Wembley-Tor noch nach. Das kann kein Team so einfach wegstecken.
Auch Mahlsdorf mit schwachem Saisonstart
Dazu kam mit dem Verlust der Mittelfeldachse Björn Jopek (jetzt Trainer bei Union U15) und Rico Gladrow (zurück zu seinem Jugendverein Phönix Wildau) – beides Haudegen mit höherklassiger Erfahrung – ein nicht unerheblicher Kreativitätsschwund.
Folglich legte Mahlsdorf einen Stotterstart hin, verbuchte nur fünf Zähler aus den ersten fünf Spielen. Bei Hansa Rostock II gab es mit einem 0:4 sogar eine veritable Packung. Allerdings glaubt man bei der Eintracht, dass man mit dem 4:1 gegen Aufsteiger SD Croatia in der Vorwoche den Turnaround geschafft hat.
47 fahndet nach der Defensivstabilität
Lichtenberg 47 hingegen fahndet nach seiner Defensivstabilität der Vorjahre. Elf Gegentreffer in sechs Spielen sind ungewöhnlich für die Jungs aus dem „Zoschke“, die in den Vorjahren – was den Defensivbereich angeht – immer mit zur Creme de la Creme der Liga gehörten.
Hier hallt offenbar der Abgang von Magnus Rösner (Schalke II), und Abdul El Challouf (immer noch vereinslos) und Niklas Wollert (Karriereende) immer noch nach. Die Abwehr sucht sich noch, hat sich bislang aber noch nicht richtig eingegroovt.
Mahlsdorf kommt den 47ern gerade recht
Daran gilt es zu feilen und es soll nun am Freitag gegen Mahlsdorf gleich der erste Schritt dazu gemacht werden. Und vor allem will man endlich wieder in die Erfolgspur zurückfinden. Denn die Niederlagen gegen Tasmania, Sparta und jetzt Siedenbollentin waren natürlich so gar nicht nach dem Geschmack der 47er.
Doch das ist nicht mehr zu ändern. Nach vorne schauen, heißt die Devise. Und ein Leckerbissen erwartet uns nun. Freitag, Flutlicht, Fußball – einen schöneren Dreiklang gibt es eigentlich kaum für Freunde des runden Leders. Allein das ist doch schon märchenhaft!
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