Es ist so weit! Wanderer, gehst du zu Sparta, heißt es an diesem Wochenende frei nach dem großen Friedrich Schiller. Doch auch wenn man es nicht ganz so martialisch – dazu später mehr – hält wie der Dichter und Philosoph, steht fest: It’s Derbytime. Sparta Lichtenberg empfängt Oberligaspitzenreiter Lichtenberg 47 am Sonntag um 14 Uhr auf dem Sportplatz an der Fischerstraße. Volle Bude, packender Fight, Stimmung garantiert.
Doch zurück zum Original, in denen das Scheitern des Mythen umrankten Leonidas, besungen wird.„Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl“, textete Schiller in seinem 1795 veröffentlichen Gedicht „Der Spaziergang“. Und das Motto ist trefflich.
Denn in der Tat will der Anhang von Lichtenberg 47 zum Derby marschieren, rufen zum gemeinsamen Anreisen am Sonntag auf. Ab 12 Uhr soll ein Fanumzug vom S-Bahnhof Nöldnerstraße die knapp 700 m zum Platz der Gastgeber absolvieren. In Rot und Weiß, heißt das Motto zum Derby. Man kann getrost von einer echten Einstimmung auf den Hit des Spieltages ausgehen.
Fanmarsch der 47er zum Derby

Gemeinsam zum Derby zu Sparta am Sonntag (14 Uhr).
Auch die Gastgeber nehmen eine Anleihe beim großen Leonidas, der durch die filmisch von Zack Snyder umgesetzte Graphic-Novelle „300“ von Frank Miller in diesem Jahrhundert mit den Ereignissen aus den Perserkriegen Weltruhm erlangte. Wie der Spartanerkönig Leonidas sich das Schlachtfeld im Engpass bei den Thermophylen zu seinen Gunsten aussuchte, haben die Gastgeber am Sonntag den Kick auf Kunstrasen verlegt, weil sie sich davon Vorteile im Kampf gegen Lichtenberg 47 versprechen.
Nun wird man davon nicht zurückkehren und berichten müssen, dass die Truppe von Rudy Raab und Nils Kohlschmidt „dort lag, wie die Pflicht es befahl„. Doch das dieser Punktekampf kein normaler ist, ist wohl jedem klar. Denn liegen lassen will man die Punkte dort nicht.
Grießig bewahrte 47 im Hinspiel vor Niederlage
Schon im Hinspiel knöpfte der Außenseiter dem Favoriten einen Punkt ab. Und der war noch schmeichelhaft für Lichtenberg 47. Nils Grießig sorgte mit seinem späten Ausgleichstreffer zum 1:1 dafür, dass es die überwiegend mit Lichtenberg 47 haltenden 1135 Besucher nicht mit langen Gesichtern nach Hause laufen mussten.
Rudy Raab merkte seinerzeit hinterher in kleiner Runde an, dass der wesentliche Unterschied zu anderen Spielen darin lag, dass Sparta keine übermäßige Ehrfurcht oder Respekt an den Tag gelegt hatte. Kunststück, als Außenseiter hatten sie nichts zu verlieren. Die 47er hingegen schon.
Reiniger vor Comeback bei Lichtenberg 47

Jeronimo Mattmüller im Zweikampf mit einem Spartaner beim Hinspielderby. Foto: Mike Menzel
Das darf diesmal in den Köpfen keine Rolle spielen. Eine Woche nach dem souveränen 5:1 gegen den SC Staaken wäre ein Remis diesmal wohl ein echter Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft mit dem BFC Preussen. Die einen Zähler hinter Lichtenberg 47 zurückliegenden Lankwitzer stehen zeitgleich bei der Reserve von Hansa Rostock vor einer hohen Hürde. Doch wie Kevin Owczarek jüngst anmerkte: „Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen.“
Hilfreich sein könnte, dass Sebastian „Bobby“ Reiniger wieder eine Option sein könnte, wie Rudy Raab in der Pressekonferenz nach dem Sieg am vorigen Wochenende verraten hatte. Der Mittelstürmer der 47er, zusammen mit Jenronimo Mattmüller mit zehn Buden der beste Schütze der Truppe aus dem „Zoschke“, hatte im Hinspiel passen müssen und auch in 2025 noch keine Spielminute absolvieren können. Jetzt steht er vor seinem Comeback. Ob von Beginn an oder als Joker wird sich zeigen. Da legte sich Raab verständlicherweise nicht fest.
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