Ein kurzweiliges Flutlichtspiel erlebten die 459 Zuschauer am Mittwochabend in der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“ – Gastgeber Lichtenberg 47 bezwang den Tabellenletzten Viktoria Berlin mit einem deutlichen 7:0. Nach der unglücklichen Tas-Niederlage am Wochenende zeigte die Mannschaft eine starke Reaktion und bot im Nachholspiel eine in allen Belangen überzeugende Leistung. Es war bereits der dritte Flutlichtheimsieg in Serie nach den Partien gegen Mahlsdorf und Klosterfelde – Abendspiele zu Hause liegen den 47ern anscheinend, wie bereits in den letzten Spielzeiten, ausgezeichnet.
Veränderungen in der Startelf – Zu Beginn fehlt noch die Feinabstimmung
Das Trainerduo Kohlschmidt-Raab ließ in der englischen Woche etwas durchrotieren. Cederic Becker und Markus Goerlitz bekamen eine Pause. Rahim Ceesay rückte in die Erste Elf, ebenso wie Momo Zekiroğlu gegen seinen alten Verein. Kapitän Bobby Reiniger startete nach überstandener Blessur wieder im Sturmzentrum.
Es dauerte eine halbe Stunde, ehe der Gastgeber die nötige Präzision in den Offensivaktionen fand. Zuvor spielte der Tabellenzweite zwar dominant, ließ im letzten Drittel aber noch die Feinjustierung vermissen. Viktoria, immerhin mit einem Sieg gegen BAK vom Wochenende im Rücken, blieb über weite Strecken der ersten Hälfte passiv und beschränkte sich fast ausschließlich auf Defensivarbeit, mit sporadischen Kontern.
Gruber eröffnet den Torreigen und glänzt mit links
Erst ein abgewehrter Distanzschuss von Christian Gawe stieß den Bock um: John Gruber reagierte am schnellsten und verwandelte den Abpraller zum verdienten 1:0 in der 27. Minute. Nur fünf Minuten später erhöhte Samir Schock-Negrete per Kopf nach einer feinen Flanke von Gruber mit seinem schwächeren Linken. Es war der Beginn einer Phase, in der die Lichtenberger beinahe im Minutentakt zu gefährlichen Aktionen kamen.
Besonders sehenswert waren die nächsten beiden Treffer. Reiniger schob überlegt zum 3:0 nach eleganter Hackenvorlage von Zekiroğlu ein und kurz vor der Pause hatte Gruber so viel Gefallen an seinem schwachen Fuß gefunden, dass er nach Ablage von Schock-Negrete den Ball mit links aus 16 Metern in den Winkel knallte.
Nach der Pause 47 dreimal mit Köpfchen
Auch nach dem Seitenwechsel riss die Spielfreude der Hausherren nicht ab. Direkt nach Wiederanpfiff traf der eingewechselte Ansgar Grothaus per Kopf – ausgerechnet in der 47. Minute, was seinen Premierentreffer für die 47er umso passender machte. Nach einer Ohlow-Ecke köpfte Paul Krüger in der 62. Minute sein erstes Saisontor und erhöhte auf 6:0. Hannes Graf, der erst kurz zuvor eingewechselt worden war, besorgte nach perfekter Gawe Flanke das 7:0 – ebenfalls per Kopf.
In der Schlussphase ließ Lichtenberg etwas nach, was Viktoria zu einigen Gegenstößen verhalf. Auch die Hausherren vergaben weitere Großchancen auf ein mögliches achtes Tor. Der wiedergenesene Luis Millgramm durfte publikumswirksam nach seiner Einwechslung vor der Fankurve wirbeln, wenn auch ohne weiteren Ertrag.
Am Ende stand ein nie gefährdeter, in der Höhe absolut verdienter 7:0-Erfolg, der zeigt, dass man die Lichtenberger im Aufstiegsrennen weiterhin auf dem Zettel haben darf. Die Vorfreude auf das Derby am Sonntag wird bei vielen Zuschauern noch einmal gestiegen sein.
Lichtenberg 47: Jonas Dieseler, Samir Schock Negrete (63. Nils Grießig), Sebastian Reiniger (58. Hannes Graf), Richard Ohlow, Christian Gawe (70. Timo Schroeder), John Gruber (58. Luis Millgramm), Nick Graupner (46. Ansgar Grothaus), Kevin Owczarek, Muhammed Zekiroğlu, Rahim Ceesay, Paul Krüger
Trainer: Rudy Raab/Nils Kohlschmidt
Viktoria 89: Laurenz Pohlmann, Baran Derin, Mete Türkay (70. Mahdi Soueidan), Georgios Labroussis (28. Florian Miftari), Finn Liepelt (63. Adrian Stojanovic), Ahmad Nassri, Andac Güleryüz, Enes Küc, Aboudoul Tchadjei (70. Tyrone Watson), Jiayi Xiao (70. Mark-Oliver Wittek), Ole Backfisch
Trainer: Haydar Hinisli
Schiedsrichter: Florian Thomas (Leipzig) – Assistenten: Benjamin Arnold, Nicholas Köhler
Tore: 1:0 John Gruber (27.), 2:0 Samir Schock-Negrete (32.), 3:0 Sebastian Reiniger (36.), 4:0 John Gruber (42.), 5:0 Ansgar Grothaus (47.), 6:0 Paul Krüger (62.), 7:0 Hannes Graf (67.)
Zuschauer: 459 in der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“
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