Lichtenberg 47 zieht in Unterzahl Neun-Tore-Spektakel beim BAK auf seine Seite
Datum: 13.12.2025Langweilig ist anders. 273 Zuschauer im Sportpark Poststadion sahen Tore satt. Neun an der Zahl. Am Ende stand ein 5:4 (4:1)-Erfolg für Lichtenberg 47 beim Berliner AK 07. Seit neun Spielen sind die Jungs aus dem „Zoschke“ jetzt ungeschlagen. Der Erfolg bei den Moabitern war schon der siebte Sieg in Serie. Nun kann die Winterpause kommen.
Ein bisschen langweiliger hätte es aus Sicht der Gäste gerne werden können. Die deutliche Halbzeitführung deutete zunächst auch darauf hin. Und sie hätte noch höher als nur mit drei Toren Vorsprung ausfallen müssen. Aber bei Alleingängen auf das von Denizhan Erdogan gehütete Gehäuse des BAK versprang erst Luis Millgramm und dann auch noch Nick Graupner auf dem Kunstrasen der Ball, so dass die Abschlüsse zu unpräzise und vom BAK-Keeper entschärft wurden.
„Wenn da das 5:1 fällt, wäre das Spiel wohl endgültig entschieden gewesen. Aber ohne Spektakel können wir es wohl derzeit nicht“, meinte Trainer Nils Kohlschmidt auch mit Blick auf das 4:3 vor zwei Wochen bei TeBe. „Zum Glück in den beiden Partien mit dem besseren Ende für uns“, ergänzte Kohlschmidt mit einem Lächeln auf den Lippen, aus dem auch ein wenig Erleichterung und abgefallene Anspannung sprach.
Lichtenberg macht es unnötig spannend
„Heute haben wir es noch mal sehr, sehr spannend gemacht. Die erste Halbzeit geht auch verdient in der Höhe an uns. Aber wir wussten ja, dass auf Kunstrasen alles passieren kann. Der BAK hat dann auch gefühlt alles nach vorne geworfen. Es hat ja dann auch schnell den Anschlusstreffer gegeben. Zwei Treffer Vorsprung auf Kunstrasen sehen zwar gut aus, aber es war da noch viel Zeit auf der Uhr“, so Kohlschmidt.
Lichtenberg spielte also auch gegen die Uhr. Und mit einem Mann weniger, weil Doppeltorschütze Luis Millgramm nach zwei durchaus ahndungswürdigen, aber nicht im geringsten brutalen Fouls die Ampelkarte kassiert hatte (67.). Und so wurde es dann halt doch noch mal spannend.
Blitzstart durch John Gruber
Aber alles der Reihe nach. Fangen wir von vorne an. Lichtenberg musste beim Spielbeginn auf die Routiniers Sebastian Reiniger und Richard Ohlow verzichten auf dem Kunstrasenplatz hinter dem Poststadion. Ungeachtet dessen kamen die diesmal nur von Nils Kohlschmidt gecoachten 47er sofort ins Spiel rein. John Gruber stand nach einer Ecke goldrichtig und drosch den Ball humorlos aus dem Gewühl heraus in die Maschen (3.).
Als wenig später Kevin Owczarek vom Punkt (17.) und Millgramm (19.) mit einem feinen Schlenzer aufs lange Eck nachlegten, schien alles den gewünschten Gang aus Sicht der 47er zu nehmen.
BAK schon nach 20 Minuten mit Doppelwechsel
BAK-Trainer Murat Salar, der parallel die U19 des BAK betreut und vor Hertha BSC in die Hauptrunde der Nachwuchs-Bundesliga führen konnte, nahm schon nach 22 Minuten einen Doppelwechsel vor, um irgendwie gegenzusteuern, Doch selbst das zwischenzeitliche 1:3 von Yuma Suyama (32.) wurde quasi postwendend von Millgramm gekontert (37.).
Es folgte aber Durchgang zwei mit einem BAK, der alles nach vorne warf, da er ja nichts mehr zu verlieren hatte. Die Treffer durch Magnus-Rösner-Look-Alike Jonas Völker (58.) und Qi Xiang Cheng (62.) stellten den Spielverlauf fast auf den Kopf. Und die bereits erwähnte Gelb-Rote für Millgramm machte die Aufgabe nicht einfacher.
Anschlusstreffer für BAK zu spät
Zum Glück konnte Owczarek ein weiteres Mal seine Treffsicherheit als Elfmeterschütze unter Beweis stellen (82.) und so fiel der erneute Anschluss durch den Strafstoß von Fodelcio Gomes Pereira weit in der Nachspielzeit (90.+3) nicht mehr wirklich ins Gewicht.
„Wir wussten, dass es noch mal stinken kann, wenn der BAK auf Kunstrasen noch mal ein Ding macht. Dass es dann noch mal so eng wird, muss nicht sein, aber zum Glück haben wir gewonnen und das ist das Einzige, was zählt. Jetzt sehen wir uns alle nächste Woche noch mal beim Weihnachtssingen und dann kann das Fest kommen“, fasste Spielmacher Christian Gawe am Tag vor seinem 33. Wiegenfeste alles noch einmal gut zusammen.
Berliner AK 07: Erdogan – Völker, Üstün, Wardau – Suyama, Mawd (22. Prokaziuk), Farhadi (79. Baldi), Uysal (22. Chen), Nsungu – Keles (59. Hecht), Gomes Pereira
Lichtenberg 47: Zunker – Goerlitz, Owczarek, Krüger – Graupner (90. Schöps), Becker, Schock Negrete (70. Grothaus) – Alfer, Gawe (90. Gabelmann) – Gruber (79. Grießig), Millgramm
Schiedsrichter: Christian Schlömann (Stollberg)
Tore: 0:1 Gruber (3.), 0:2 Owczarek (17./Strafstoß), 0:3 Millgramm (19.), 1:3 Suyama (32.), 1:4 Millgramm (37.), 2:4 Völker (58.), 3:4 Chen (62.), 3:5 Owczarek (Strafstoß/82.), 4:5 Gomes Pereira (90.+3/Strafstoß)
Gelbe Karten: Erdogan, Gomes pereira, Ngungu – Grothaus, Gruber
Gelb-Rote Karte: Millgram (67./wiederholtes Foulspiel)
Zuschauer: 273