Erster Spieltag der Oberliga-Saison 24/25 und der SV Lichtenberg 47 lässt sich beim Start gleich einmal von Hermann Hesse inspirieren: Diesem Anfang wohnt ein Zauber inne. Vor 452 Besuchern in der HOWOGE-Arena Hans Zoschke schickte die Truppe des Trainergespanns Rudy Raab und Nils Kohlschmidt die Gäste von der SG Dynamo Schwerin mit einer saftigen 5:0 (3:0)-Packung zurück in die mecklenburgische Landeshauptstadt. Ein Auftakt nach Maß, der Lust auf mehr weckt.
Erste Spieltage habe es ja immer in sich. Keiner weiß so recht, wo er steht. Und wenn man dann auch noch einen großen Umbruch zu meistern hat, schleicht sich unter jede Zuversicht immer ein Tropfen Ungewissheit.
Doch die Hausherren, bei denen vier Neuzugänge in der Startelf standen und die zunächst in einem 4-3-3 agierten, nahmen von Beginn an das Heft des Handelns in die eigenen Hände, respektive Füße. Nach einer ersten Torannäherung durch Florian Zorn (4.) klingelte es nach nur sieben Minuten erstmals im Gehäuse der Schweriner. Der aus Zehlendorf im Sommer nach Lichtenberg gekommene Luis Carl Millgramm war der erste Torschütze der 47er in der Spielzeit 24/25 (7.). Weitere vier Minuten später stellte Zorn mit dem 2:0 schon die Weichen auf Sieg.
Der hätte eigentlich nur noch in Gefahr geraten können, wenn Dynamos Kapitän Evgeni Pataman allein vor dem Kasten von Niklas Wollert stehend den Ball bei einem Konter nicht um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeigesetzt hätte (26.). Mit einem Anschlusstreffer hätte die recht einseitige Partie einen ganz anderen Charakter annehmen können. So aber blieben die Gäste weiter im Vorwärtsgang harmlos und nur halbwegs im Spiel, weil Lichtenberg 47 fleißig Chancenwucher betrieb.
Mit dem 3:0 (38.) durch Jeromino Mattmüller war der Drops dann aber schon gelutscht. Zumal die Gäste sich fünf Minuten später selber dezimierten und eine Rote Karte einfingen. Der Portugiese Marcelinho dos Reis erwischte Sebastian „Bobby“ Reiniger bei einer Abwehraktion mit erhobenem Beim am Kopf. Hätte man vielleicht sogar nur mit Gelb ahnden können, aber Schiedsrichter Toni Bauer ließ da keine Gnade walten. Selbst Raab fand den Platzverweis ein wenig hart: „Das war ja keine Tätlichkeit.“
Nach der Pause stellten Raab und Kohlschmidt auf ein 3-4-2-1 um. Doch statt das Spiel breit zu machen und die Gäste her zu spielen, hielt Bruder Schlendrian Einzug in die Reihen der Hausherren. Torsteher Wollert „sprach“ seine Vorderleute immer wieder freundlich, aber sehr bestimmt an, sie mögen sich mal straffen. Denn bei diversen Kontern bekam er mehr Gelegenheiten sich auszuzeichnen, als ihm eigentlich lieb sein konnte. Und dass, obwohl 47 ja in Überzahl war.
Mattmüller (59.) und der eingewechselte Mika Gabelmann (62.) schraubten dann aber das Ergebnis nach rund einer Stunde auf ein angemessenes Maß. Weitere Treffer hätten folgen können, vielleicht sogar müssen. Allein Reiniger verpasste mehrfach die Chance, sich für seine Mühen mit einem Treffer zu belohnen. Beim Kampf um die Schützenkrone der Liga hätte er sich schön in Vorderhand bringen können. Positiv betrachtet kann man aber sagen, immerhin hat er sich durch seinen Fleiß Möglichkeiten erarbeitet.
Weitere Treffer gab es dann nicht zu bewundern. Wohl aber ein Kuriosum. Gästekeeper Ibrahim Suaib musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Weil aber sein Ersatzmann Mika Schreiber wenig zuvor gerade seinen Torwartdress mit einer Feldspielerkluft getauscht hatte, um bei der nächsten Einwechslung als Feldspieler mitwirken zu können, zog sich der Wechsel etwas hin und über die eigentliche Behandlungspause für Suaib hinaus. Schreiber brauchte etwas, bis er seine Torwartplünnen wieder angezogen hatte und in den Kasten rücken konnte (76.). Immerhin musste Schreiber – anders als sein Kollege – nicht mehr hinter greifen in der Schlussviertelstunde.
Lichtenberg 47 verdrängte durch das 5:0 Anker Wismar vom Platz an der Sonne, auf den sich die Hansestädter durch einen 4:0-Erfolg gegen den Rostocker FC am Vortag geschossen hatten. Raab und sein Kollege waren mehr oder weniger zufrieden. „Ein gelungener Saisonstart, auch wenn wir selber noch ein paar Tormöglichkeiten haben liegen lassen. Und der Gegner hatte auch mindestens drei einhundertprozentige Torchancen, wo Niklas Wollert sich auszeichnen konnte heute. Alles passte noch nicht zusammen heute. Aber wie sollte das auch am ersten Spieltag“, lautete Raabs Fazit.
So spielte Lichtenberg 47:Wollert – El Challouf, Owczarek, Rösner (46. Noack), Ohlow (72. Grießig) – Becker (46. Gabelmann) – Mattmüller, Schmidt – Zorn (64. Vogel), Reiniger, Milligramm (74. Akova)
(M.B)
Statistik
Lichtenberg 47: Niklas Wollert, Magnus Rösner (46. Mika Gabelmann), Abdulrazzak El Challouf, Cederic Becker (46. Willi Noack), Sebastian Reiniger, Richard Ohlow (72. Nils Grießig), Luis Millgramm (74. Muhammed Akova), Jeronimo Mattmüller, Kevin Owczarek, Maximilian Schmidt, Florian Zorn (64. Laurin Vogel)
Trainer: Rudy Raab
SG Dynamo Schwerin: Ibrahim Suaib (76. Mika Schreiber), Marcelino dos Reis (43. Rote Karte), Evgeni Pataman, Vsevolods Camkins, Arnold Lietz (65. Alexander Müller), Pepe Kruse, Taras Khlan, Jannis Wienke, Marvin Runge, Benny Haese, Andrey Minchev
Trainer: Frank Ridder
Tore: 1:0 Luis Millgramm (7.); 2:0 Florian Zorn (11.); 3:0 Jeronimo Mattmüller (38.); 4:0 Jeronimo Mattmüller (59.); 5:0 Mika Gabelmann (62.)
Schiedsrichter: Toni Bauer (Joachimsthal) – Assistenten: Max Stramke, Rene Müller
Zuschauer: 452 in der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“
Pressekonferenz
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