300 Kilometer für drei Punkte: „47“ trotzt allen Widrigkeiten und erkämpft an der Küste die Tabellenführung
Datum: 10.04.2026300 Kilometer Anreise am Mittwochabend nach Feierabend, dazu zahlreiche Ausfälle – und ein heim wie spielstarker Gegner aus Wismar in Bestbesetzung: Vieles sprach gegen einen Auswärtserfolg an der Ostseeküste. Doch Lichtenberg trotzte allen Widrigkeiten und entführte mit einem 3:1 Sieg drei ganz wichtige Punkte nach Berlin. „Nebenbei“ sprang damit sogar die Tabellenführung heraus – die erste in dieser Saison!
Die Partie nahm von Beginn an Fahrt auf. Bereits nach drei Minuten näherte sich Owzcarek per Freistoß der frühen Führung, sein Versuch strich jedoch nur am Außenpfosten vorbei. Im direkten Gegenzug meldete sich Wismars Torjäger Pataman erstmals gefährlich an. In der achten Minute jubelten dann aber die Gäste: Nach einer Ecke sicherte sich erneut Owzcarek den Abpraller, seinen wuchtigen Rechtsschuss konnte der Keeper nur nach vorne abklatschen lassen, wo Graf humorlos und unhaltbar zum 1:0 abstaubte.
Wismar wird stärker
In der Folge übernahm Wismar zunehmend die Spielkontrolle. Lichtenberg war nun vor allem defensiv gefordert und musste einiges an Laufarbeit verrichten. Die Gastgeber kamen zu Chancen: John scheiterte bei seinem ersten gefährlichen Abschluss an Mitspieler Breier, beim zweiten Versuch setzte er den Ball freistehend über das Tor. Auf der anderen Seite hatte Zekiroglu ebenfalls zweimal die Möglichkeit nachzulegen – einmal rutschte er unglücklich weg, beim zweiten Mal strich sein Schuss aus rund 18 Metern knapp über die Latte.
Auch nach dem Seitenwechsel stand die ausfallbedingt von Kapitän Reiniger organisierte Lichtenberger Defensive weiter unter Dauerdruck. Trotz klarer Ballbesitzvorteile für die Gastgeber blieben die gefährlichen Chancen jedoch überschaubar. Als Owzcarek dann einen Freistoß wie aus dem Lehrbuch ins Eck zirkelte, schien „47“ endgültig auf der Siegerstraße. Kurz darauf bot sich Zekiroglu nach einer Balleroberung sogar die große Gelegenheit zum 3:0, doch er vergab freistehend.
Wismar verkürzt durch Pataman
Wismar gab sich jedoch keineswegs geschlagen. Pataman verkürzte in der 70. Minute mit einem unhaltbaren Schlenzer in den Torwinkel auf 1:2. Die Anker Elf witterte nun ihre Chance auf den Ausgleich. Lichtenberg stemmte sich in der Schlussphase mit großer Leidenschaft und Geschlossenheit gegen die Angriffswellen der Ostseestädter. Der eingewechselte Schröder schoss dabei über das Ziel hinaus und sah in der Nachspielzeit die rote Karte (90.+2).
Den Schlusspunkt setzte schließlich Joker Grießig: Er spielte in der Nachspielzeit seine Schnelligkeit aus und machte mit einem überlegten Schuss ins lange Eck alles klar. Der Sieg war unter Dach und Fach.
Die rund 60 mitgereisten Schlachtenbummler feierten den besonderen Auswärtserfolg ausgelassen mit dem Team. Kaputt, aber glücklich machten sich Mannschaft und Fans auf den weiten Rückweg nach Berlin, wo man weit nach Mitternacht ankam – im Gepäck drei Punkte und die Tabellenführung!
Anker Wismar: Hajo-Michel Kurth, Eric Birkholz, Danilo John (64. Max Hauer), Florian Esdorf, Lares Kodanek, Luis Billep, Finn Jahnke (76. Julian Luca Wallenta), Jonas Hurtig (76. Jean Philippe Sanguinette), Pascal Breier, Lukas Schmitt, Evgeni Pataman
Trainer: Matthias Fink
Lichtenberg 47: Maximilian Zunker, Cederic Becker, Sebastian Reiniger, Luis Millgramm (90.+4 Luca Dyckhoff), John Gruber (86. Timo Schroeder(90.+3 Rote Karte)), Nick Graupner, Markus Goerlitz, Kevin Owczarek, Hannes Graf (76. Nils Gießig), Muhammed Zekiroglou, Paul Krüger
Trainer: Rudy Raab/Nils Kohlschmidt
Schiedsrichter: Tobias Starost (Uenze) – Assistenten: Tom Heilmann, Cornelius Grigoleitis
Tore: 0:1 Hannes Graf (9.), 0:2 Kevin Owczarek (53.), 1:2 Evgeni Pataman (70.), 1:3 Nils Grießig (90.+3)
Zuschauer: 99 im Bürgermeister-Haupt-Sportkomplex
